Vraag in Bô Yin Râ forum over "Licht und Schatten der esoterik" van Rudolf Passian
Hallo Albert, und andere Leser,
Meine name is Rene und ich wohne in den Niederlande. Auf mein website mache ich auch promotion fur Bo Yin Ra, weil ich gerne seine Bucher lese, sehe http://www.vergeestelijking.nl/mystici/BoYinRa.html
Ich bin aber auch SEHR offen, und lese gerne Kritik um sachen gut beurteilen zu konnen. Folgende Text kommt aus “Licht und Schatten der esoterik” von Rudolf Passian. (Seite 191-193 von der Knaur 1991 ausgabe, die neue Reichl druck enthalt es nicht.)
Passion schreibt uber Bo Yin Ra:
"""Von hell bis dunkel gibt es vielerlei Schattierungen, auch in der Esoterik, ob es nun Lehren oder Lehrer betreffen mag. Einige der letzteren waren bzw. sind gewiß ehrenwerte Menschen, und ihr Wollen entsprang zweifellos edlen Motiven. Bei manchen jedoch macht sich eine Selbstüberschätzung bemerkbar, die mitunter Formen gelinden Größenwahns annimmt.
Dr. Max Kemmerich (1876-1932) beispielsweise verdanken wir eine Reihe wirklich wertvoller Bücher, aber er empfand sich als Religionsstifter. Heute ist er so gut wie vergessen.
Die Schriften eines anderen Esoterikers hingegen sind nach wie vor auf dem Markt: Joseph Anton Schneider (1876-1943) aus Aschaffenburg/Franken, der sich Schneider-Franken bzw. Bo Yin Ra nannte (BYR).
Er ging aus der Adyar-Theosophie hervor und tat sich mit Hugo Vollrath zusammen, der als Inhaber eines theosophischen Verlages in Leipzig unrühmlich bekannt wurde. Als er es zu bunt trieb, distanzierte sich BYR von ihm.
BYR selber ließ durchblicken, ein Abgesandter der »Weißen Loge« zu sein, mithin ein Eingeweihter hoher, wenn nicht höchster Stufe. »Wir sind sehr wenige und durch ein kosmisches Gesetz zu ewigem Schweigen verpflichtet«, verkündete er; was ihn jedoch nicht am Schreiben einiger Dutzend Blätter hinderte.
Seine darin enthaltenen Lehren hielt er für unfehlbar. Neues enthalten sie nicht, er interpretiert nur manches anders. Als Gegner der Reinkarnationsidee lehrte er, eine Wiedereinverleibung in die Materie käme nur ausnahmsweise vor. Befremdlich wirken seine Schriften durch ihren hohepriesterlich-schwülstigen Ton, z. B. (in gesperrter Schrift): »Nach mir hast Du gerufen, ohne mich zu kennen, mein Wort erreicht Dich, ohne daß ich von Dir weiß. Doch siehe: Ich erwarte ja nichts anderes von Dir, als daß Du, stetig Deines Weges achtend, der Leuchte folgst, die ich vor Dir entzünde; schon nach den ersten Schritten wirst Du entdecken, daß Dir auf meinem Wege nie der Trug begegnen kann; heute bist Du diesem Menschen begegnet, der, wissend um den Weg der Wahrheit, bereit ist, Dich diesen Weg zu führen; erfülle Dein Herz mit wahrer, echter, lauterer Frömmigkeit!«
In seinem »Buch vom Jenseits« sagt BYR einleitend: »Die einzigen, die über diesen Gegenstand Authentisches zu sagen haben, halten es für geboten, ihr Wissen nicht mehr geheimzuhalten.« Damit fegt BYR quasi mit einer Handbewegung alles vom Tisch, was bislang über das Jenseits publiziert worden war. Er spricht verdammende Urteile über alle anderen geisteswissenschaftlichen Richtungen aus, besonders über Theosophie und Spiritismus, obwohl er seine Lehre aus den Erkenntnissen dieser beiden Weltanschauungen bezieht. Andererseits enthalten BYRs Bücher, wenn man das Salbungsvolle seiner Formulierungen und seinen Unfehlbarkeitsdünkel ignoriert, so manches Wahre. Angenehm berührt, daß er z. B. auf praktische Übungen zur Erlangung höherer Fähigkeiten verzichtet, ja sogar davor warnt.
In seinem »Buch vom lebendigen Gott« schreibt er: »Sei auf der Hut vor allen, die mit Wunderkräften deinen Sinn betören wollen! Hüte dich vor allen, die aus dieser Erde und dem Erdenleben ein Reich des bequemen Genusses geistiger Früchte bereiten zu können glauben, indem sie dem Leibe ihre Sorgfalt in Nahrung und seltsamer Übung widmen, um so in eine erträumte »Höhere Geistigkeit« sich ... hinaufzuatmen!« Vorbehaltlos wird auch seiner Aussage zuzustimmen sein, wonach wahre Lichtboten »dich niemals durch betörende Zeremonien und mysteriöse Gebräuche von deinen Nebenmenschen zu sondern trachten. Sie werden dir auch niemals »geheime Grade«, Titel und Würden verleihen, durch die deine Eitelkeit genährt und ein lächerlicher Dünkel in dir gefestigt werden könnte ...«
Doch wie ein Politiker, der heute das Gegenteil von gestern sagt, warb BYR für den Geheimorden EBDAR (mit sieben Graden und Schweigeverpflichtung) und entwarf für diesen die Rituale! Außerdem gründete er einen »Groß-Orient von Pathmos«.
Weniger harmlos als Bo Yin Ra war sein zeitweiliger Geschäftspartner, der bereits erwähnte »Dr.« Hugo Vollrath, der sich auch Walter Heilmann und Dr. Johannes Walter nannte und sich ebenfalls als Eingeweihter ausgab. Vollrath hatte seinen »Psychologischen Verlag« in Leipzig umgetauft in »Theosophisches Verlagshaus«. Er zeichnete u. a. als Herausgeber der Zeitschriften »Prana« (ab 1909) und »Theosophie« (ab 1910), die 1919 miteinander verschmolzen wurden.
Unter dem Pseudonym Walter Heilmann gründete er zusammen mit BYR die »Deutsche Rosenkreuzer-Gesellschaft« als deutschen Zweig der Rosicrucian Fellowship von Max Heindel, angeblich mit dessen Zustimmung. Miers schreibt: »BYR und Heilmann zeichneten als sogenannte »Ältere Brüder« und verkauften zusammen Bücher, Diplome, Meisterbriefe und Fernunterrichtsbriefe, die BYR in Görlitz ausarbeitete.« Heindel jedoch distanzierte sich von diesem Treiben.
Punkt 2 seines diesbezüglichen Briefes lautet: »Die Tatsache, daß Herr Heilmann sich als »Älterer Bruder« ausgibt, sollte genügender Beweis sein, daß er nicht von uns autorisiert ist; denn ... die wahrhaftigen Älteren Brüder sind außerordentlich hohe Wesen, die unerkannt in der Welt wirken, deren Namen niemand weiß und die nur dem Eingeweihten als Meister oder Lehrer sich kundgeben. Wer sich öffentlich Älterer Bruder nennt, ist keiner.«
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Harte text fur leuten die gerne Bo Yin Ra lesen.
Aber ignorieren tue ich es nicht.
So, die frage: warum hat Bo Yin Ra diesen EBDAR begrundet?
Grusse, Rene.
Das Antwort:
Hallo Rene,
Du fragst am Ende Deines Beitrages: "warum hat Bô Yin Râ die EBDAR gegründet?"
Nun - Rudolf Passion hat es nicht richtig dargestellt. Bô Yin Râ hat weder die EBDAR gegründet, noch ist er dort Mitglied gewesen. Er hatte nur vorübergehend einmal die Schirmherrschaft darüber übernommen. Gründer war ein Dr. Dreyfuß, der nach der Lektüre von B.Y.R.´s Büchern erkannte, einen noch lebenden Leuchtenden zu kennen, diese Chance nutzen wollte und an ihn im Jahr 1921 herantrat und ihn bat, ihm Anleitungen und Ratschläge im Sinne der alten Riten der Domauhütten-Esoterik für seine Bruderschaft zu geben. Nach längerem Überlegen sagte B.Y.R. zu und gab ihm gewisse Bruderschaftsriten, die ihm auf spirituelle Weise von den alten Dombauhütten und Tempelwerkstätten erfahrbar wurden.
Und einen Groß-Orient von Patmos hat er est recht nicht gegründet, dies war ein Namensbestandteil der EBDAR in der ursprünglichen, anfänglichen Form. (Quelle: Gnostika, Nr. 23/Febr. 2003).
Du siehst - schlecht recherchiert von Herrn Passian.
Bô Yin Râ hat die EBDAR nicht gegründet und auch nicht dafür geworben. Eher widerstrebend hat er dem drängenden Wunsch des Herrn Dreyfus nachgegeben und ihm Ratschläge gegeben. Später, 1931, als Herr Dreyfuß unangenehm aufgefallen war und sich nicht mehr würdig erwies, entzog er ihm die Ermächtigung zum Gebrauch der Ratschläge und legte seine Schirmherrschaft über diese Gruppe nieder.
Gruß
Hans